12. Lektion (décima segunda lição)


Inhalt:


Einleitung

 

Die Umgebung von Rio de Janeiro

 

Ein Tourist hat normalerweise keine Zeit oder keine Gelegenheit, sich anzuschauen, was es an Sehenswertem im Umkreis von bis zu ca. 200 km von Rio gibt.

Natürlich sind vor allem die südlichen Strände anziehend. Aber Sie sollten folgendes beachten.
Quem gosta de aproveitar as praias deve evitar o mês de janeiro, devido à verdadeira invasão de turistas que ocorre todos os anos.
Das hat zur Folge, dass die Preise steigen, consequentemente os preços sobem, die Bedienung in den Restaurants und Hotels leidet, o atendimento nos restaurantes e hotéis fica comprometido.
Todos os lugares estão cheios e o trânsito fica tumultuado.
Alle Plätze sind überfüllt, und der Verkehr ist ein Durcheinander.
Nos meses de fevereiro, março e abril, as condições climáticas são excelentes, os preços caem sensivelmente (merklich). Por isso, caso você possa (Konjunktiv!) evitar a altíssima estação (Höchstsaison), aproveite esses meses do ano. Daher, wenn Sie die Höchstsaison vermeiden können, nutzen Sie diese Monate des Jahres.


Para quem vem do Rio e vai a Ubatuba, o melhor é utilizar a Rio - Santos em todo trajeto. Sie können aber auch auf der Autostraße, rodovia, bis Taubaté fahren, km 110. Von dort aus fahren Sie auf der Oswaldo Cruz hinab nach Ubatuba.
O trecho de descida (das Stück des Abstiegs) da serra (Berg) exige cuidado, mas nos dias de sol oferece lindas paisagens do litoral de Ubatuba.

Außer Stränden bietet die Strecke Rio - Santos auch eine hübsches Kolonialstädtchen: Parati.
Parati gehört zu den wenigen alten Städten, die der Abreißwut der Brasilianer entkommen konnten. In den letzten zwanzig Jahren hat man die meisten (zweistöckigen) Häuser, sobrados, restauriert und die Sträßchen wieder gangbar gemacht. Aber auch heute noch ist das Kopfsteinplaster, o calçamento pé-de-moleque, für gehschwache Menschen eine kleine Tortur. Parati ist in der Hochsaison keine idyllische Kolonialstadt, es kann recht laut sein, barulhento. Aber es ist hübsch anzuschauen, und vor allem liegt es vor einer paradiesischen Kulisse, der "Serra do Mar".
Im 17. Jahrhundert, no século XVII, wurde Parati ein Umschlagplatz para as riquezas das Minas Gerais que seguiam rumo à corte portuguesa. No início do século XVIII, o novo caminho que atravessava (durchquerte) o Vale (Tal) do Paraíba em direção ao Rio de Janeiro, prejudicou (schadete) o desenvolvimento (Entwicklung) de Parati, que perdia importância.
Im 18. Jhd. wurde ein Teil der Kaffeeernte über Parati verschifft, was dem Städtchen erneut Einnahmen brachte: a região voltou a prosperar. Ein neuer Schlag für die Stadt war die Einrichtung einer Eisenbahn, linha férrea, no final do século XIX. Erst der Tourismus, der in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts -nach der Eröffnung der Straße Rio - Santos- allmählich einsetzte, bringt der Stadt wieder lebenswichtige Gelder. O turismo assumiu (übernahm) o papel de nova esperança (Hoffnung) e vem mantendo a economia da cidade.

 

Eine ganz andere Landschaft liegt westlich von Rio de Janeiro. Es sind vor allem zwei Nationalparks, die einen Besuch überaus lohnenswert machen: O Parque Nacional da Serra dos Órgãos -in der Nähe von Petrópolis (wo Stefan Zweig während des Krieges lebte und sich das Leben nahm)- und O Parque Nacional de Itatiaia.
Ich werde Ihnen etwas über den Itatiaia-Park erzählen, da ich den "Organ oder Orgel"-Park selbst noch nicht kenne. 
(Como chegar wie man hinkommt; schauen Sie auch unter www.estradas.com.br/itatiaia.htm nach)

Para chegar, é preciso seguir uma trilha pelo mato durante três ou quatro minutos.
A água, sempre gelada, desce
(des-ço, des-ces, des-ce, des-cemos...) entre as pedras, formando pequenas piscinas.

Para preservar a Mata Atlântica - para plantar uma muda de uma árvore brasileira- conheça www.amigosdamata.org.br


In seinem Roman Triste Fim de Policarpo Quaresma beschreibt Lima Barreto die Auβenbezirke (subúrbios) von Rio de Janeiro. Ich will nur einige Sätze zitieren.
Os subúrbios do Rio de Janeiro são a mais curiosa coisa em matéria de edificação da cidade.
Nada mais irregular, mais caprichoso, mais sem plano qualquer, pode ser imaginado. As casas
surgiram como se fossem semeadas ao vento e, conforme as casas, as ruas se fizeram.
Há algumas delas que começam largas
(weit) como boulevards e acabam estreitas (eng)
que nem vielas
(nicht mal Gässchen).
Há casas de todos os gostos e construídas de todas as formas.

Não há nos nossos subúrbios coisa alguma que nos lembre os famosos das grandes cidades européias...

 

 

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Grammatik

 

Subordinierende Konjunktionen (Conjunções subordinativas)
(unterordnende Bindewörter)

 

Ein aus Haupt- und Nebensatz zusammengesetzter Satz (período composto) enhält normalerweise ein
Bindeglied (Konjunktion), mit dessen Hilfe sich die zusammengesetzte Periode aufbauen läβt.

An der Verbindungsstelle von Haupt- und Nebensatzt steht eine subordinierende Konjunktion, z.B.
que dass (no caso de certeza):
Sei que a carta foi escrita por ela.
Ich weiβ, dass der Brief von ihr geschrieben wurde.
Dizem que está muito mal. Man sagt, dass es ihm sehr schlecht geht.
Sei und dizem benötigen einen integrierenden Zusatz, damit sich eine sinnvolle Aussage ergibt.

se ob (quando há incerteza):

Ninguém sabia se a Madame era viúva ou desquitada.

Niemand wusste, ob Madame Witwe war oder getrennt lebte.
Auch hier wird erst mit Hilfe der integrierenden Konjunktion se ein verständlicher Satz aufgebaut.

Die beiden Konjunktionen que und se werden integrantes genannt: indicam que a oração subordinada (Nebensatz)
completa ("integra") o sentido da anterior, que sem isso ficaria truncado.

 

Eine zweite, gröβere Gruppe von unterordnenden Konjunktionen sind die circunstanciais:
introduzem uma oração subordinada que é adjunto adverbial
(Umstandsbestimmung, 3Er) da principal.
(As integrantes -que, se- não introduzem orações subordinadas adverbiais.)
Je nach den Umständen (circunstáncias), die sie ausdrücken, werden sie unterteilt in:


1. casuais (denotam causa): porque, pois, como, pois que, visto que etc.
2. comparativas (indicam uma comparação): como, assim, tanto quanto, do que etc.

3. concessivas (denotam que se admite ou "concede" um fato contrário à declaração principal, mas que não impede a sua realização): embora, ainda que, mesmo que, se bem que, apesar de que etc.
(Concessivo
bedeutet, eine Einräumung ausdrücken.)

4. condicionais (exprimem hipótese ou condição): se, caso, sem que (= se não), salvo que etc.

Die Konditionalsätze werden wir heute und in der nächsten Lektion besonders ausführlich besprechen.
5. conformativas
(exprimem 'conformidade' de un fato com outro): conforme, como, segundo ..etc.

6. consecutivas (denotam conseqüência): de sorte que, de modo que, sem que, (tanto) que ...etc.
7. finais (indicam fim ou finalidade): para que, a fin de que, que (= para que), porque (= para que) ...etc.

8. proporcionais (exprimem passagem gradual no tempo): à medida que, ao passo que, quanto mais ... mais... etc.

9. temporais (indicam tempo): quando, depois que, desde que, até que, apenas, mal ...etc.

 

Sie sehen, dass einige Konjunktionen in verschiedenen Bedeutungen auftreten können. Z.B. kann se 'integrierend' oder aber auch bedingend sein. Que é integrante, causal, concessiva, consecutiva, final, temporal, comparativa.
'
Porque' pode ser causal ou final, 'como': causal, conformativa, comparativa, 'sem que': condicional, consecutiva etc.
Nur im Satzzusammenhang kann man -wie auch im Lateinischen- eine Konjunktion sicher klassifizieren.

(In der lateinischen Grammatik werden die von unterordnenden Konjunktionen eingeleiteten Nebensätze als Konjunktionalsätze bezeichnet. Breiter Raum wird dort der Konjunktion cum (= port.quando) eingeräumt.
Man kennt ein
cum-temporale (cum Romam venimus, caelum serenum erat, als wir nach Rom kamen, herrschte schönes Wetter), cum-historicum, cum-causale, cum-concessivum, cum-adversativum ...)

In der heutigen Lektüre werden wir einigen subordinierenden Konjunktionen begegenen, z.B. quando,
de modo que, porque, logo que
usw.

Beispiele:

1. O aluno vibrou porque a nota foi excelente. Der Schüler vibrierte, weil die Note ausgezeichnet war.
2. O policial agiu mais rápido (do) que o assaltante. Der Polizist reagierte schneller als der Räuber.

3. Embora estivesse ferido, continuava lutando. Obgleich er verwundet war, kämpfte er weiter.

4. Eles não proseguirão as obras sem que (a não ser que) lhes pagues. Sie werden die Arbeiten nicht fortsetzen, es sei denn, du bezahlst sie.
5. Ele era capaz de viver conforme desejava. Er war in der Lage, so zu leben, wie er wollte.

6. Falou de modo que todos ficaram abismados. Er sprach derart, dass alle verwundert waren.

7. Dê-me a chave, para que eu possa abrir a porta. Gib mir den Schlüssel, damit ich die Tür öffnen kann.

8. Quanto mais se agitava, mais preso no laço ficava. Je mehr er sich bewegte, desto mehr blieb er im Lasso gefangen.
9. Quando o director chegar, começará a prova. Wenn der Direktor kommt, wird die Prüufung beginnen.


 

Bedingungssätze

 

"Wenn Sie mich fragen, (dann) sage ich Ihnen, dass Bedingungssätze wohl in allen Sprachen üble Burschen sind."

Dies ist ein Bedingungssatz (= Konditionalsatz), und zwar ein realer.
In der 3. Lektion hatte ich Ihnen schon ein wenig über dieses Thema gesagt, aber heute soll es etwas ausführlicher zugehen.
Unser einleitender Bedingungssatz besteht aus zwei Teilsätzen: dem mit wenn eingeleiteten Vordersatz (Protasis), d.h. dem bedingenden Satz -oder dem Bedingungssatz im engeren Sinne- und dem mit dann eingeleiteten Nachsatz (Apodosis). (Auf dann kann man meist auch verzichten.)
Wir sprechen von einem realen Bedingungssatz, wenn der Inhalt der Protasis als möglich, realisierbar angesehen wird (Sie brauchen ja nur zu fragen!).
Wird die Bedingung, unter der etwas eintreten soll, als unwirklich, unmöglich oder doch unwahrscheinlich oder nur gedacht angesehen, so sprechen wir von einem irrealen Bedingungssatz (Hypothese): "Wenn ich nochmals jung wäre, (dann) würde ich alles anders machen." Im Deutschen benutzen wir wenn und würde, um die Unmöglichkeit des geäußerten Sachverhalts darzustellen.
(Der Konjunktiv II wird oft durch würde + Infinitiv umschrieben, weil die einfachen Formen des Konjunktivs II altertümlich klingen. Statt ich läse bevorzugt man ich würde lesen, usw.)
Im Deutschen steht zur Kennzeichnung der Irrealität in der Gegenwart der Konjunktiv Imperfekt: "wenn ich reich wäre, würde ich dir einen Ferrari kaufen.
Die Irrealität in der Vergangenheit wird vom Konjunktiv Plusquamperfekt bezeichnet ("wenn ich reich gewesen wäre, hätte ich Dir einen Ferrari gekauft".)

In der nächsten Lektion schauen wir uns dann -erneut- an, wie das alles im Portugiesischen aussieht. Eine kurze Zusammenfassung sollen Sie aber hier schon genieβen dόrfen. Wir unterscheiden, wie eben festgestellt, im wesentlichen drei Typen (Formen) von Bedingungssδtzen: die realen, die irrealen und die irrealen der Vergangenheit.

 

Zusammenstellung der drei Grundtypen von Bedingungssätzen:

Typ 1
(realer Fall) 

 Se tivermos tempo, vamos comprar um carro novo. Wenn wir Zeit haben sollten,
kaufen wir ein neues Auto.
(futuro do subjuntivo + Präs., Futur, Imperativ)

Typ 2
(irrealer Fall) 

 Se ele tivesse dinheiro, teria mais vontade de viajar. Wenn er Geld hätte, würde er mehr Lust haben zu reisen. (imperfeito do subjuntivo + condicional)

Typ 3
(Irrealis der Vergangenheit) 

 Se eles tivessem jogado bem, não teriam perdido o jogo. Wenn sie gut gespielt hätten, würden sie das Spiel nicht verloren haben.
(tivesse + particípio)+(teria + particípio)

 

Beispiele:

Typ 1: Se quiseres, podes (poderás) vir comigo.

Typ 2: Se tivéssemos menos bagagem, não pagaríamos excesso.
Statt pagaríamos (Konditional) benutzt man viel -vor allem in Portugal- pagavamos, also das Imperfekt.

Typ 3: Se tivesse tido dinheiro, teria feito essa viagem.
Wenn ich Geld gehabt hätte, hätte ich diese Reise gemacht. (Im Hauptsatz kann man würde benutzen, um nicht zweimal hätte zu verwenden.) Die Bedingung wurde nicht realisiert, also ist die Folge nur etwas Gedachtes.
Die zeitliche Bezugsebene ist die Vergangenheit. Bei den Typen 1 und 2 ist die zeitliche Ebene die Gegenwart.

 

  

 

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Übungen zur Grammatik

 

Versuchen Sie, zu übersetzen:

 

 

Lösungen:

 

 

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Lektüre

Wenn Sie sich in den brasilianischen Tabu-Wortschatz einarbeiten wollen, so lesen Sie den
witzig-frivolen, manchmal albernen Roman A mulher que escreveu a Bíblia, Companhia das Letras 1999, von Moacyr Scilar. Auch dieser beliebte Autor, er ist studierter Mediziner, stammt aus dem Süden (Porto Alegre, 1937).
É autor de uma vasta obra que abrange (umfasst) conto (Erzählung), romance (Roman) e ensaio (Essay).

Recebeu numerosos prèmios e teve textos traduzidos para doze idiomas. Várias de suas obras foram adaptadas para o cinema, a televisão e o teatro. Pela Companhia das Letras publicou A orelha de Van Gogh (1988), Sonhos tropicais (1922), Contos reunidos (1995) etc.
A mulher que escreveu a Bíblia recebeu o prèmio Jabuti 2000.
In dem einleitenden Kapitel schildert der Erzähler seine Tätigkeit als Therapeut in Sachen "vergangener Leben", vidas passadas. Eine seiner Patientinnen hinterlässt ihm ihre Aufzeichnungen über ihr angebliches Leben am Hofe Salomos.
Sie erhielt dort den Auftrag, das Material ins Reine zu schreiben, das von einer Kommission greiser Bibelforscher erarbeit worden war. Sie war als Frau Salomos angetreten (eine unter 700), aber der König konnte sich nicht entschlieβen, den Vollzug der Ehe mit ihr zu zelebrieren, denn die Bibelschreiberin war ungewöhnlich hässlich: ela era muito feia, feiíssima.
Im Klappentext heiβt es: Moacyr Scliar constrói uma narrativa fascinante, que é ao mesmo tempo sátira e romance de aventura.
Ich werde Ihnen nicht den Bericht der Patientin vorlegen, sondern Auszüge aus der Einleitung, die als abgeschlossene Erzählung fungieren könnte.

 

Muita gente pergunta por que me dedico à terapia de vidas passadas.

Minha resposta varia conforme a circunstâncias. Quando sou entrevistado na tevê ou na rádio
-e sou muito entrevistado- , declaro, dde forma propositadamente reticente, que cheguei a isso
por artes do destino...
Destino é uma palavra de que as pessoas gostam muito... Revelo que minha profissão originalmente
era outra: professor de História. O que, de novo, é uma surpresa: em geral, imaginam-me psicólogo
ou médico...
Na universidade, participei de alguns movimentos de protesto; assinei manifestos, distribuí panfletos,
mas quando conluí o curso já não estava mais interessado em política.

Tinha o diploma, precisava ganhar a vida- àquela altura meu pai tinha falecido, e o sustento de minha mãe
corria exclusivamente por minha conta, poque eu morava com ela.
Gostava de ensinar, de modo que erranjei um emprego como professor num colégio público.
O salário era baixo, a escola pobre e sem recursos, mas o que mais me chateava era o fato
de que os alunos não davam a mínima para a disciplina.
Para que a gente precisa saber dos egípcios, perguntavam, dos faraós, esses caras já
morreram há tanto tempo.
Eram uns chatos, aqueles alunos, e eu já estava fivando com raiva deles e querendo
mandar tudo à merda.
Antes de largar o colégio, porém, decidi fazer uma última tentativa.
Bolei uma brincadeira, uma encenação na qual cada aluno deveria representar um personagem histórico.
Para minha sorpresa, a coisa entusiasmou a garotada. Era o asunto do dia, na escola: reis, condes, generais,
os alunos não falavam de outra coisa. Os outros professores, admirados, me cumprimentavam pela idéia.

Um dos alunos, um rapaz muito quieto, muito humilde, resolveu representar o papel de um príncipe qualquer,
já não lembro qual. Entregou-se por completo à tarefa. Pesquisando a vida do personagem, passava horas
na biblioteca -a encarregada tinha até de mandá-lo embora. Seu comportamento modou; tratava os colegas
de forma estranha, agressiva. Muitos se queixavam, mas eu não dava muita bola: afinal, tratava-se de um
adolescente, e adolescentes têm dessas coisas.
Um dia a secretária da escola veio à sala de aula, chamou-me ao corredor: uma mulher estava no saguão
de entrada querendo falar comigo. Está furiosa, acrescentou, alarmada, é melhor você ir até lá. Fui.

Era a mãe do garoto. O que é que o senhor andou fazendo com meu filho, berrou, tão logo me viu.
Tentei acalmá-la, pedi que me contasse o que estava acontecendo.
Ainda irritada, disse que o filho não lhe obedecia mais, tornara-se arrogante, mandão.
Não arrumava mais a cama, deixava as roupas espalhadas para que alguém as juntasse.
-Tudo por sua causa- queixou-se. -Por ccausa desse tal trabalho que o senhor inventou.
Queria fazer queixa à direção, mas eu a dissuadi: pode deixar que resolvo o problema, garanti.
Chamei o garoto para uma conversa particular. De fato, ele já não era o mesmo Luizinho que
antes falava comigo encolhido, olhos no chão.
Cautelosamente, perguntei se se dava conta dessa mudança e a que a atribuía.
De início respondeu de forma arrogante -não precisava me dar satisfações, quem era eu,
um professorzinho medíocre- mas de súbito, abrio o jogo. Sim, algo tinha acontecido, algo
extraordinário. Ele não estava apenas representando um papel; estava vivendo uma existência
diferente. Tinha voltado ao passado, e ao fazê-lo descobrira que na realidade, como modestamente
supusera, mas um rei, um rei poderoso e cruel, desses monarcas que não hesitam em mandar matar
os inimigos. Já liquidei mais de três mil, garantiu, orgulhoso. Contou-me com detalhes uma dessas
execuções, realizada no grande pátio do castelo real e assistida por uma multidão.
Descreveu-me como o carrasco posicionara o pescoço do condenado no cepo, como lhe
decepara a cabeça com um golpe de machado, o sangue esguichando sobre as pessoas
que estavam na frente. Devo dizer que fiquei impressionado: era como se o rapaz estivesse mesmo
vivendo a cena. Ao terminar a narrativa , agradeceu-me, magnânimo, por ter oportunizado o recuo
no tempo que lhe permitira encontrar sua verdadeira personalidade.
-Você será recompensado- pprometeu, e foi-se.
Aturdido, eu não sabia o que pensar. Mas logo dei-me conta das extraordinárias possibilidades
que o caso do garoto me proporcionava.
Um novo caminho abria-se diante de mim: eu me descobria terapeuta de vidas passadas.



 

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Übersetzung

Viele Leute fragen, warum ich mich der Therapie vergangener Leben widme.
Meine Antwort fällt je nach den Umständen verschieden aus.
Wenn ich im Fernsehen oder im Radio interviewt werde -und ich werde viel interviewt-,
erkläre ich, absichtlich zögernd, dass ich dazu kam durch Künste (Machenschaften) des Schicksals.
Schicksal ist ein Wort, das den Personen (Menschen) sehr gefällt.
Ich enthülle, dass mein Beruf ursprünglich ein anderer war: Geschichtslehrer.
Was erneut eine Überraschung ist: im allgemeinen hält man mich für einen Psychologen oder Mediziner.

An der Universität beteiligte ich mich an einigen Protestbewegungen, unterzeichnete Manifeste,
verteilte Flugblätter, aber als ich den Kurs beendete, war ich nicht mehr an Politik interessiert.
Ich hatte das Diplom, musste das Leben verdienen -um diese Zeit war mein Vater verstorben,
und der Unterhalt für meine Mutter ging ausschlieβlich auf mein Konto, denn ich wohnte bei ihr.
Ich hatte Spaβ am Unterrichten, so dass ich mir eine Anstellung als Lehrer an einer φ
ffentlichen Schule
besorgte. Das Gehalt war niedrig, die Schule arm und ohne Mittel, was mir aber am meisten auf die
Nerven ging, war die Tatsache, dass die Schüler nicht den geringsten Wert auf Disziplin legten.
Wozu müssen wir von den Ägyptern wissen, fragten sie, von den Faraonen, diese Typen starben schon
vor so langer Zeit. Das waren Nervensägen, diese Schüler, und ich hatte schon Wut auf sie und wollte
alles auf den Müll werfen. Bevor ich die Schule verlieβ, entschloss ich mich jedoch, einen letzten
Versuch zu machen. Ich dachte mir ein Spiel aus, eine Inszenierung, in der jeder Schüler eine historische
Persönlichkeit darstellen sollte. Zu meiner Überraschung begeisterte die Sache die Jugendlichen.
In der Schule war es das Tagesthema: Könige, Grafen, Generäle, die Schüler sprachen von nichts Anderem.
Die anderen Lehrer, verwundert, beglückwünschten mich zur Idee. Und da geschah es.

Einer der Schüler, ein sehr ruhiger Junge, sehr bescheiden, beschloss die Rolle eines beliebigen Prinzen zu spielen,

ich erinnere mich schon nicht mehr welchen. Er gab sich der Aufgabe vollständig hin. Er erforschte das Leben
der Person, verbrachte Stunden in der Bibliothek -die Angestellte musste ihn sogar fortschicken.
Sein Verhalten änderte sich, er behandelte die Mitschüler auf seltsame Art, agressiv.
Viele beschwerten sich, aber ich legte der Sache nicht viel Bedeutung bei, schlieβlich handelte es sich
um einen Heranwachsenden, und Teenager haben solche Sachen.
Eines Tages kam die Sekretδ
rin der Schule ins Klassenzimmer, rief mich auf den Flur: eine Frau war
in der Eingangshalle, die mit mir sprechen will. Sie ist wütend, fügte sie hinzu, alarmiert, es ist besser,

dass Sie dorthin gehen. Ich ging.

Es war die Mutter des Jungen. Was haben Sie mit meinem Jungen gemacht, schrie sie, sobald sie
mich sah. Ich versuchte, sie zu beruhigen, ich bat, dass sie mir erzähle, was los sei.
Immernoch wütend, sagte sie, dass der Sohn ihr nicht mehr gehorche, dass er arrogant geworden
sei, herumkommandiere. Er machte nicht mehr das Bett, lieβ die Kleider herumliegen, damit jemand sie auflese.

-Alles ihretwegen- klagte sie. -Wegen dieser Arbeit, die Sie sich augedacht haben.

Sie wollte eine Beschwerde bei der Direktion abgeben, aber ich brachte sie davon ab.
Sie können das mir überlassen, ich kläre das Problem, garantierte ich.
Ich rief den Jungen zu einer privaten Unterhaltung. Tatsächlich, er war nicht mehr derselbe kleine Luiz,
der früher mit mir sprach: geduckt mit den Augen zum Boden gewendet. Vorsichtig fragte ich,
ob er diese Änderung bemerke und worauf er sie zurückführe.
Anfangs antwortete er arrogant -er brauche mir keine Rechenschaften zu geben, wer sei ich schon,
ein mittelmäβiges Lehrerchen- aber plötzlich öffnete er das Spiel.
Ja, etwas war geschehen, etwas Ungewöhnliches.
Er spielte nicht nur eine Rolle; er war dabei, eine andere Existenz zu leben.
Er war in die Vergangenheit zurückgekehrt und hatte dabei entdeckt, dass er kein Prinz gewesen war,
wie er bescheidenerweise angenommen hatte, sondern ein König, ein mächtiger und grausamer König,
einer jener Monarchen, die nicht zögern, die Feinde töten zu lassen. Ich habe schon mehr als drei Tausend
liquidiert, garantierte er stolz. Er erzählte mir mit Einzelheiten eine dieser Hinrichtungen, die im groβen
Hof des kφ
niglichen Schlosses unter Beisein einer Menge durchgeführt wurde.
Er beschrieb mir, wie der Henker den Nacken des Verurteilten auf den Klotz legte, wie er ihm
den Kopf mit einem Axthieb abschlug, wobei das Blut die Menschen, die vorne standen, bespritzte.
Ich muss sagen, dass ich beeindruckt war: es war so, als ob der Junge die Szene gerade erlebte.
Nachdem er den Bericht beendet hatte, dankte er mir groβherzig dafό
r, dass ich ihm die Rückkehr
in der Zeit ermöglicht hatte, die ihm erlaubt hatte, seine wirkliche Persönlichkeit zu finden.
-Sie werden entschädigt werden- veersprach er und ging fort.

Ich war benommen und wusste nicht, was ich denken sollte. Aber gleich wurde ich mir der
ungewöhnlichen Möglichkeiten bewusst, die der Fall des Jungen mir bereitete.
Ein neuer Weg öffnete sich vor mir: ich entdeckte in mir einen Therapeuten vergangener Leben.

 

 

 

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Erklärungen

 

Minha resposta varia conforme a circunstâncias. Vergl. oben Grammatik, Konjunktionen.

Das Adverb propositadamente absichtlich erklärt das Adjektiv reticente zögernd.

Beachten Sie den Gebrauch von gostar de Gefallen haben an.
(Weiter unten: gostava de ensinar mir machte das Unterrichten Spaβ.)
Hier sind einige Beispielsätze:
Gosto muito desse belo relógio (lenço). Mir gefällt diese hübsche Uhr (Halstuch) sehr.
(Man sagt übrigens: ele foi muito caro, nicht ele era muito caro.)
Também gosto muito dele. Eu o encontrei no Shopping Villa-Lobos. Eu vou dá-lo à minha mãe.
Acho que minha mãe gostará desse presente.
O senhor acha que posso devolver esse relógio se a pessoa não gostar dele?
Glauben Sie, dass ich diese Uhr zurückgeben kann, wenn sie der Person nicht gefallen sollte?

Die Präposition de fehlt in Sätzen wie:
Eu gosto que estudes muito. Mir gefällt, dass Du viel lernst.

 

chatear langweilen, auf die Nerven gehen

faraós ...Faraonen; cara Gesicht aber auch Typ, Kerl. Der Verlag Abril gibt die viel 'gelesene' Illustrierte
CARAS heraus, in der die ewig fröhlichen Gesichter reicher Typen massenhaft vorgeführt werden.
In der 3. Lektion hieβ es: Wφrter, die auf a, e, o (auch mit s), em, ens enden, aber auf der letzten Silbe betont werden (palavras oxítonas), sind zu markieren: maracujá, café, vocês, amá-los, vendê-lo, vovô, também, parabéns, jogá-lo, fazê-lo -und eben faraós.
merda Scheiβe -gern benutzt im Volksmund

largar aufgeben, aussteigen; bolar ausdenken; brincadeira Spiel, Scherz, Witz;
você está brincando! sie machen einen Witz!
garoto Junge, Bub; garota Mädchen (nicht 'Frau'); garotada Jugentliche, Kinder
rapaz Junge, junger Mann (die moça ist das weibliche Gegenstück). Meist rapais ausgesprochen, nicht rapas.
mandar embora fortschicken (embora bedeutet als Adverb fort, weg, als Konjunktion obgleich)
dar bola den Ball geben, eine Sache beachten; bate-bola den Ball hin- und her kicken, Gedankenaustausch
saguão Eingang, Empfangshalle

É melhor você ir até lá. Es is besser, dass sie (bis) dorthin gehen. Der persönliche Infinitiv wird nach unpersönlichen
Ausdrücken (é melhor) benutzt, um einen Nebensatz (= é melhor que você vá até lá) zu ersetzen;
ist Konj. Präsens -1. und. 3. Pers. sing.- von ir gehen.

Disse que o filho não lhe obedecia mais. Sagte, dass der Sohn ihr nicht mehr gehorche.
Indirekte Rede, 8. Lektion. In direkter Rede: "O filho não me obedece mais." "Der Sohn gehorcht mir nicht mehr."
Wird die indir. Rede mit disse (PPS) eingeleitet, so wird ein direktes Präsens (obedece) indirekt durch ein Imperfekt
(obedecia) wiedergegeben. (Beachte: ela diz que o filho não lhe obedece mais.)

dissuadir abschrecken, jemanden von etwas abhalten

Tinha voltado ao passado, e ao fazê-lo descobrira que... fora..
Beachten Sie die Reihenfolge der Zeiten: Tinha voltado = Plusquamperfekt II er hatte sich gewendet, descobrira = Plusquamperfekt I er hatte entdeckt, fora = Plusquamperfekt I er war gewesen

 

 

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Übungen zur Lektüre

Lösungen:

 

 

 

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Anhang

 

Heute möchte ich Ihnen von einem gemeinlateinschen Problem reden: Poluição sonora, Lärm-"Verunreinigung".
Festas beginnen mitten in der Woche dann, wenn Sie sich zu Bett begeben wollen (11 Uhr).

Natürlich ist es auch in Brasilien verboten, seinen Nachbarn mit -für einige Menschen- unerträglich lauter Musik zu belästigen. Sie haben sogar die Möglichkeit, sich zu beschweren.
Dazu ein Leserbrief vom 13. 3. 2002 in Veja, SP:
Muito importante a reportagem "É ensurdecedor" (27 de fevereiro). Seria interessante incluir nas áreas de poluição sonora o Centro Cultural do Sesi, na Avenida Paulista. Às sextas, ão meio-dia, apresentam-se bandas com baterias e guitarras, ão lado da biblioteca e da galeria de arte.
Os frequentadores do Sesi procuram um ambiente tranqüilo para se dedicar à informação e à cultura e nada têm a ver com esse tipo de música. Marcos B.

Oder:

Sou moradora da Rua Cardeal Arcoverde, em Pinheiros, e eu e meus vizinhos já não sabemos mais a quem recorrer para readquirir o direito de dormir em paz. Já tentamos resolver a situação em diversos órgãos municipais e nada aconteceu. Flávia F.

Natürlich, liebe Flavia, haben Sie das Recht, einmal in Frieden zu schlafen, aber nicht jetzt. Ihre Ruhestörer nehmen sich das Recht auf Krach und räumen auch Ihnen das gleiche Recht ein.
Wie oft habe ich es erlebt que tinha de sacrificar minha habitual sesta de depois do almoço, weil es einem vizinho gefiel, sein Radio auf Nachbarschaftslautstärke aufzudrehen oder wenn ein Propagandawagen seine Reklameflut mit aufreizender Lautstärke in den Straßen des bairro (Wohnviertel) verstreute. Ich selbst habe nie gehört, dass sich jemand beschwerte, wenngleich es Wohngemeinschaften geben soll, die sogar erfolgreich gegen die akustischen Belästigungen vorgingen, die vielen Sektengottesdiensten eigen sind. Z.B. haben die reclamações dos moradores dos edifícios próximos, azucrinados (genervt) pelo barulho dos alto-falantes dazu geführt, dass selbst ein Padre Marcello sich mit seiner Gemeinde in eine neue alte Fabrikhalle zurückziehen musste, die eigens gegen seine Lautsprecher akustisch abgedichtet werden musste.
Der Brasilianer hat i.a. einen Horror vor dem Alleinsein. Er fühlt sich nur wohl, wenn er von Menschenmassen umgeben ist, z.B. in Riesenrestaurants, Gebetshallen, Fußballstadien, Badestränden usw.
Im aufputschenden Lärm der ekstatisch verzückten Menschenmassen, num clima de exaltação, hat der Gläubige, crente, die Möglichkeit für eine wunderbringende Vereinigung mit seinem Gott: um homem vê-se curado de câncer irreversível. Outro vê desaparecer os sintomas de Aids. Alcoólatras abandonam o vício, adúlteros largam as amantes, filhos extraviados pelas drogas voltam para casa.
Wenn das erwartete Wunder zu lange ausbleibt, wird mancheiner versuchen, es in der Lärmgemeinschaft einer anderen Sekte zu finden. Während eines derartig zelebrierten Gottesdienstes füllen sich umlaufende Plastiktüten mit Opfergaben, Geld, Schmuck -sogar Brillen. Mesmo os trabalhadores de salário mínimo pagam o dízimo (den zehnten Teil).

Aber das hat nur indirekt mit dem barulho zu tun.

Alles wäre nicht so schlimm, wenn es wenigstens "Ohropax" (Ohrenfrieden) gäbe! Dennoch: é possivel livrar-se, sich befreien, do barulho que vem da rua sem mudar de casa ou apartamento. Janelas anti-ruído, Schallschutzfenster, permitem o isolamento acústico sem necessidade de alterar a estrutura do imóvel, Immobilie. Com várias camadas, Schichten, de vidro e ar, elas também melhoram o isolamento térmico. Pode-se trocar toda a janela ou instalar uma nova na moldura, Rahmen, original. Aber das sind in Deutschland natürlich alte Hüte.

 

 

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